Dipol-Dipol-Kräfte

Bei den Dipol-Dipol-Wechselwirkungen herrscht ein dauerhafter Dipol von polaren Molekülen vor. Diese permanente Ausbildung eines Dipols wird durch die Raumstruktur und die unterschiedliche Elektronegativität der beteiligten Atome des Moleküls erzeugt.


Als Elektronegativität wird die Fähigkeit eines Atoms bezeichnet, innerhalb einer chemischen Bindung Elektronenpaare, wie sie in kovalenten Bindungen zum Molekülaufbau verwendet werden, an sich zu ziehen. Das relative Maß der Elektronegativität wird unter anderem durch das Pauling-Modell beschrieben und wird als einheitenloser Wert im Periodensystem für jedes Element angegeben.


Als Faustformel gilt, dass Atombindungen innerhalb von Molekülen als polar gelten, wenn die Differenz der beteiligten Atome größer als 0,5 ist. Das heißt die Bindungselektronen innerhalb dieser Atombindung werden stärker zum elektronegativeren Atom hin angezogen und sind somit unsymmetrisch verteilt. Die so entstehenden positiven sowie negativen Partialladungen sind für die Ausbildung eines partialen Pluspols, auch als „δ+“ bezeichnet, sowie eines partialen Minuspols „δ-“ verantwortlich. Die so entstandenen permanenten Dipole richten sich nun aneinander aus und bilden Anziehungskräfte – die Dipol-Dipol-Kräfte. Diese sind umso größer, je polarer die Moleküle gebaut sind, also je höher die Elektronegativitätsdifferenz der beteiligten Atome sowie deren räumlicher Aufbau ist. Ein Beispiel hierfür ist die Anziehung zwischen Chlorwasserstoffmolekülen (HCl) untereinander.